Paul Blau
Und wenn dann alles neu beginnt,
womit fang ich an?
Mit dem barocken Wetter des zweiten Weihnachtstages,
und dem auftauenden Dreck an meinen Schuhen,
mit der Sehnsucht,
die sich ein Bettlergewand überzogen hat?
Mit den ausgebliebenen Antworten
auf den ewigen Kreislauf meiner nicht endenden Gedanken?
Mit der Hoffnung darauf, dass jemand da ist
oder mit der leeren Wohnung,
die mich kalt umarmt,
da die Festbeleuchtung längst schon wieder
abgeschraubt und verpackt worden ist?
Fange ich an mit dem angelaufenen Adventskalender,
der mit ungeöffneten Türchen einfach so
widerstandslos dem Januar in die Hände gefallen ist?
Komm ich auf diese Weise irgendwohin?
Fang ich mich wieder?
Fang ich den Ball der Welt,
der da neben mir beinah explodiert
oder werfe ich ihn lieber meinem Nachbarn zu?
Schreibe ich etwas in das leere Buch,
in das kaum entschlüpfte Jahr,
irgendwas, nur um wieder zu schreiben?
Fällt mir etwas ein,
wenn dann doch alles neu beginnt?
Nehm ich den Tag,
die Stunde jetzt
oder bleibe ich versunken?
Nehme ich die Bilder alle mit
oder stell ich sie zurück in den Schrank
und schau stattdessen
dem süßen Glanz des Vergessens ins Gesicht?
Oder berühre ich den raureifigen, sonnenbeschienenen Morgen
mit dem Klang des Erwachsens,
der mir vom Rand meiner Kaffeetasse entgegentönt?